Bemerkung

Die Fassade der Kirche U.L. Frau in Neuburg an der Donau - Plan und Bauwerk 1603-1630

* Auf Grund der verfügbaren Primärquellen wird der ursprüngliche Plan dieser für das frühe 17. Jahrhundert seltenen Einturm-Fassade rekonstruiert. Die wichtigste anschauliche Primärquelle dazu ist ein mit gezeichneten Darstellungen jedes einzelnen Werkstücks versehenes Verzeichnis der von dem Steinmetzen Georg Hain bereits gearbeiteten Hausteinteile für den Turm, welches es zwingend nahelegt, in einem dem Geometer und Zeichner Matthias Stang zugeschriebenen Riss, der für das Projekt der Regensburger Dreifaltigkeitskirche eingereicht worden sein soll, die Wiedergabe wesentlicher Teile der Neuburger Einturmfassade zu erkennen.
Stang war seit 1598 im Dienste von Pfalzgraf Philipp Ludwig zusammen mit dem Pfarrer Christoph Vogel aus Regenstauf an der topographischen Landesaufnahme der Pfalzgrafschaft beteiligt. Beide haben bis 1604 etwa 20 Pläne dazu gezeichnet, bis 1639 werden ihm insgesamt mehr als 70 Pläne und Teilkarten zugeschrieben (s. Marcus Prell: Neuburgs Donaubrücken im Wandel der Zeiten. T. 1: Von den Anfängen bis ins 16. Jahrh. In: Neuburger Kollektaneenblatt. 150. Neuburg a.d.D. 2002, S. 129-195, hier S. 154-159, Abb. 16-19; das hier deutlich hervortretende Profil des Zeichners Stang zeigt einmal mehr, dass Stang nicht der Erfinder der Regensburger Risse gewesen sein kann.
M.W. ist dieser Beitrag bisher nicht rezipiert worden - vielleicht erscheint das Ergebnis den möglichen Interessenten als zu phantastisch, obgleich es bis in jede Einzelheit genau belegt ist. Selten ist ein Gegenstand der Kunstgeschichte aus den Quellen so genau zu veranschaulichen. Der Beitrag fehlt auch in der Bibliographie http://www.pfalz-neuburg-bibliographie.geschichte.Imu.de/c13a.html